¡Que viva!

Noch 124 Tage die mir hier bleiben. Und so wie es hier ist in Bolivien, tauchen aus dem Nichts Feiertage für alles und jeden auf. Indem Sinne mal ein bisschen Geschichte für euch: 

Am 12.März 1816 fand der batalla de jumbate statt. Das Wort Jumbate entwickelte sich aus „cumbati, combate“, was Quechua ist und übersetzt soviel bedeutet wie „Der Kampf“. In diesem Kampf würde gegen die Spanier gesiegt. Man sagt, dass den meistens Spaniern die gepanzerte Brust geöffnet wurde, man ihnen die Herzen entriss und sie noch pochend aß. Seit dem waren die Tarabuqueños (Einwohner Tarabuco) bekannt als „Sunkumikhus“ (Herzesser). Um an diesen Tag zu erinnern und ihn zu ehren entwickelte man den Tanz Pujillay und dessen Tracht, mit der man sich über die Spanier lustig machte.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Pujillay wird alljährlich an dem gleichnamigen größten Fest Tarabucos getanzt. An diesen Tagen wird zu Ehren von Pachamama getanzt und gefeiert. Man dankt für die Fruchtbarkeit der Erde und der Tiere, für all die Agrarprodukte und die permanente Regeneration des Lebens. Seit 2012 zählt Pujillay zu dem historischen Kulturerbe Boliviens.

Vergangen Donnerstag war dann noch ‚dia del mar‘. Eine Erinnerung an den verlorenen Meeresanschluss, der heute zu Chile gehört. An diesem Tag marschierten Schulen und Rathaus durch die Straßen. 

Und wo wir gerade bei dem Thema Schule sind… Mit meinen kleinen mache ich Fortschritte in Sachen Englisch. Als ‚Lehrerin‘ wird man hier immer freundlich von den Leuten mit „Hola Profe“ begrüßt. Und die Kinder fragen immer nach, wann denn jetzt die nächste Stunde stattfindet. (Auch wenn es feste Stundenpläne gibt) so macht es Spaß zu sehen, dass die selbst kreierten Arbeitsblätter , Unterrichtsmaterialien und Stundenplanungen Früchte tragen und man fleißig ‚excellente‘ verteilen darf. 

Im Krankenhaus läuft es mittlerweile auch schon besser und man fühlt sich hilfreich, wenn man weiß wie man den Krankenschwestern mit kleinen Sachen unter die Arme greifen kann und sie einem im Gegenzug Einblick in neue Bereiche ermöglichen. 
In dem Sinne ganz liebe Grüße und bis zum nächsten Mal.