¡Las palmas arriba!

Ein Vormittag in Copacabana und zwei Sandwiches mit Ei später, machten Salome und ich uns, in Begleitung von unseren zwei Hostel Hunden Negra und Chia, Samstags auf den Weg zu einer Hochzeit. 

Oben angekommen war die Fete schon im Gange. Quer auf einem kleinen Feld verteilt standen, saßen und liefen die Hochzeitsgäste. 

Sieben etwas ältere Männer tanzten lustig im Kreis und spielten auf Trommeln und verschiedenen Flöten. Einige Frauen saßen, mit ihren bunten Tüchern vor sich, auf dem Boden und tauschten Bier, Brot und Cocablätter untereinander, wieder andere bildeten zwei Reihen vor einer kleinen, weiß geschmückten Hütte, die aus vier Holzpfosten und weißen Laken bestand. Rechts an der Hütte lehnte eine Holzleiter, geschmückt mit einer Art von Blättern, Brot und Orangen. Zwei der oberen Sprossen waren mit Geld geschmückt, das heftig im Wind wehte. 

Viele tummelten sich unter der Hütte und bildeten eine Art Schlange. Beim Nähetreten, nach dem wir den Mut gefasst hatten mit etwas Geld und unserem kleinen Geschenk das Brautpaar zu suchen, erkannten wir drei Pärchen unter der Hütte. Die Männer trugen Anzüge und die Frauen waren mit  schicken, typisch bolivianischen Kleidungungen gekleidet- Röcke mit mind. vier Unterröcken, Oberteile mit Zierden aus Spitze und Glitzerfragmenten und Stricktuch über den Schultern. 

Die Gäste steckten mit Sicherheitsnadeln Geld an die Kleidung der drei Pärchen, die den Gästen im Gegenzug den Hut vom Kopf nahmen und ihn nach hinten reichten. Ohne Hut gingen die Gluckwünsche an die Pärchen weiter, die mit einen freudigen Lächeln auch unser Geschenk entgegen nahmen. Zwischendrin wurden die Hüte, gefüllt mit Brot und Popcorn, wieder an die Besitzer zurück gegeben. Im nächsten Moment hatte man dazu noch ein Glas Bier in der Hand. Der erste Schluck wurde auf den Boden geschüttet und ging an Muttererde, an Pachamama. Der Rest wurde getrunken bzw. getrunken und weiter an Pachamama gegossen. So landete das Glas rasch wieder auf dem dafür vorgesehenen Tablett und wurde für den nächsten Gast aufgefüllt. 

Danach machten wir es uns neben einer sehr netten Einheimischen bequem, der wir erklärten wie eine deutsche Hochzeit aussieht. Abundzu wurde ein Schrank, Teller oder eine weiter Decke an uns vorbei, in die Geschenke Ecke transportiert. Dort vorallem vertreten waren dicke, warme Decken, sowie Geschirr. 

Nachdem dann alle Geschenke angekommen waren begannen die drei Pärchen, die Braut und Bräutigam sowie die jeweils dazu gehörigen Elternpaar waren, zu tanzen. Sie tanzten gemeinsam über das ganze Feld und wurden von einer weiteren Musik Gruppe, nun mit weiteren Blas- und Blechinstrumenten, musikalisch begleitet. Dies war also der Hochzeitstanz. 

Als aufgehört wurde zu tanzen strömten alle Kinder vorne zu dem kleinen Hüttchen und versuchten sich eins, zwei… Oder auch drei Stücke Torte zu ergattern. Währenddessen verteilte ein weiterer Mann eilig Torte an die größeren Geste. Hierbei gaben die Männer ihre Torten oft an die Frauen weiter. Ein paar sehr motivierte Männer um die 25 sorgten für ordentlich Stimmung und schmeissen die Animation. Das Motto des ganzen schien klar und deutlich „las palmas arriba“ (Die Handflächen nach oben) zu sein.

 Nebenbei wurde uns erklärt, dass man später die ganze Nacht durch tanze. Nachdem sich die nette Frau dann verabschiedet hatte und einige Bekanntschaften später, beschlossen wir uns auf den Heimweg zu machen… Dort wartete schon unser Essen, und auf der Hochzeit wehte uns ein ordentlicher Wind um die Ohren, der die Frage auf kommen ließ, wie wir auf die Idee kamen mit T-Shirt und Strickjacke los zuziehen… 

Das war wohl noch der Optimismus, der uns von Copacabana auf die Insel begleitet hatte. Wettermäßig sollte man auf der Isla del Sol in jeder Sekunde auf alles vorbereitet sein. 

Auf die Fortsetzungs Fete am nächsten Tag haben Salome und ich es leider nicht geschafft, da wir dachten man könne Mal eben einen Kuchen backen… Nachdem der Kuchenteig fertig war, stellten wir fest, dass unser Ofen weniger gut funktioniert und probierten dann mit aller Kreativität, den Kuchen zu backen, kochen und in der Pfanne zu einer Art Pancakes zuverwandeln. Was daraus wurde? Seht selbst:

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Von der Hochzeit selbst konnte ich leider keine Fotos machen. 

Die Menschen hier (Aymara) glauben daran, dass einem ein Stück Seele geraubt wird, durch ein Foto. Das Stück Seele stecke dann in dem Abbild. Damit nehmen die meisten es sehr ernst und somit ließ ich meine Kamera lieber zuhause. 
¡Hasta la proxima vez! – Bis zum nächsten Mal

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